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Grafik: Bewertung 5 Sterne.
16.11.2011 - 02.12.2011

Namibia hautnah - eine Reise für die Seele!

Foto: Jörg Scharff

Reisebericht von:
Jörg Scharff

Am 17.11.2011 begann für 16 Gäste das Abenteuer, Namibia als Selbstfahrer mit 4mal4-Fahrzeugen zu erleben:
Frühmorgens nach einem Direktflug von Frankfurt nach Windhoek kamen alle etwas erschöpft, aber doch voller freudiger Erwartung am Flughafen in Namibias Hauptstadt an. Dort wurden sie von ihrem Reiseführer Jörg Scharff bereits erwartet und gemeinsam ging es zunächst zum Hotel Uhland und von dort direkt zur Vermietstation der Fahrzeuge.

Alle neun Mietfahrzeuge, Modell Toyota Hilux, waren mit Funk ausgestattet, so daß eine Kommunikation während der Tour gewährleistet war. Das war allerdings nicht die einzige Besonderheit, denn die Autos waren zudem mit einem doppelten Benzintank, Wassertank, Kühlbox mit zweiter Batterie und Campingartikel wie Geschirr, Besteck, Stühle etc. ausgestattet. Natürlich befanden sich in den Fahrzeugen auch komplettes Werkzeug inkl. Kompressor sowie zwei Ersatzreifen für den Notfall. Es konnte also losgehen!

Am Nachmittag des ersten Tages durften unsere Gäste aber noch bei einer Stadtrundfahrt mit einem deutschsprachigen Reiseführer etwas ausruhen und anschließend beim Abendessen in Joe´s Beerhouse schon mal Bekanntschaft mit der namibianischen Küche machen.
Am zweiten Tag hatten wir insgesamt ca. 290 km zu bewältigen, allerdings den größten Teil des Weges auf Teerstraße. In Namibia sind ca. 80% aller Straßen Schotterpiste. Wir besuchten Rehoboth, eine ehemalige Missionsstation. Das Stadtbild ist geprägt durch die hier ansässigen Baster, Mischlinge aus den Beziehungen zwischen Buren und Namafrauen, die sich im 19. Jahrhundert in dieser Stadt angesiedelt haben.

Auf unserer Weiterfahrt zu unserem Quartier pausierten wir an einer Tankstelle mit einem versteckten Teegarten, den wir für eine Kaffeepause nutzten. Einer unserer Gäste nutzte diesen Halt für einen spontanen Ausflug mit dem „Kalahari-Ferrari“, einem Esels-Karren, der den Einheimischen als Hauptverkehrsmittel dient.

Am Nachmittag erreichten wir die Kalahari Anib Lodge. Die Kalahari wird gemeinhin als Wüste bezeichnet, aber in Wirklichkeit ist es eine durchaus belebte Wildnis. Einige der Gäste nutzen die Möglichkeit eines Game-Drive-Ausflugs zur Erkundung der Fauna und Flora. Dabei konnten Strauße, Giraffen, Antilopen und Zebras beobachtet werden.

Das gemeinsame Abendessen unter freiem Himmel wurde durch eine spontane Vorstellung der angestellten Einheimischen aufgelockert, die voller Freude traditionelle Lieder und Tänze vorgeführt haben.

Am dritten Tag unserer Reise führt uns unser Weg über Maltahöhe in Richtung Namib-Wüste. Ab jetzt gibt es für eine lange Zeit nur noch Schotterpiste! Der Weg ist das Ziel, denn wir wollten an diesem Tag das Soussusvlei Desert Camp, eine außergewöhnliche Unterkunft mit Atem beraubenden Blick in die Wüste, erreichen.  
Dieses war der optimale Ausgangspunkt für die Besichtigung der größten Wanderdünen der Welt am nächsten Tag. Durch die Nähe dieser Unterkunft zum Eingang des Naturparks konnten wir am vierten Tag bei Öffnung des Tors um 6 Uhr morgens bereits einfahren und somit die Dünen in wunderbarem Morgenlicht genießen. Die letzten fünf Kilometer konnten nur mit Allrad-Fahrzeugen bewältigt werden wegen Tiefsand. Also: Luft aus den Reifen herauslassen, 4WD einschalten und der Spaß konnte beginnen!

Die Ankunft im Vlei wurde versüßt durch ein Frühstück direkt an den Dünen. Davon gestärkt bestiegen einige die große Düne, um den traumhaften Ausblick über das Dünenmeer der Namibwüste von oben zu genießen. Die Rückfahrt erfolgte wieder durch Tiefsand. Alle Fahrer haben dies hervorragend gemeistert, keiner blieb mit dem Fahrzeug stecken.

Der Weg nach Swakopmund durch den Namib-Naukluft-Park war die größte Teilstrecke der gesamten Reise mit ca. 450 km. 50 km vor unserem Ziel hatte ein Fahrzeug einen Reifendefekt, der aber mit vereinten Kräften schnell repariert war. Durch diesen außerplanmäßigen Stopp kamen wir spät in der Küstenstadt an, konnten aber am nächsten Tag genießen, da wir zwei Übernachtungen in Swakopmund hatten.

Um auch die im und auf dem Wasser lebenden Tiere Namibias kennen zu lernen, konnten die Gäste an einem Bootsausflug teilnehmen. Die Robben, Pelikane und Delphine hatten an diesem Tag besonders gute Laune und zeigten sich von ihrer besten Seite.
Zum Abschluss gab es an Land ein Picknick mit frischen Austern, die als die besten der Welt gelten.

Weiter ging es in Richtung Norden entlang der sogenannten Skeleton Coast. Hier liegen heute  immer noch havarierte Schiffswracks im Meer. Entlang des Brandbergs, Namibia höchstem Berg, führte uns die Route ins Landesinnere durch das Damaraland. Ziel dieser Etappe war die Twyfelfontein Lodge. Am nächsten Morgen besuchten wir schon früh die Felszeichnungen- und gravuren von Twyfelfontein. Diese sind über 2000 Jahre alt und erzählen vom Leben und Jagen der San, der Buschmänner.

Danach führte uns die Route in nördliche Richtung nach Sesfontein, vorbei an den „Orgelpfeifen“, einer Felsformation und dem „verbrannten Berg“. Auf unserem Weg dorthin sehen wir die berühmte Welwitschia-Pflanze, die älteste Pflanze der Welt. Die 'Welwitschia mirabilis' wächst im südlichen Afrika. Aufgrund ihres häufigen Vorkommens ist die Welwitschia unter anderem im Wappen Namibias und im Wappen der Stadt Swakopmund abgebildet. Obwohl die Pflanze mehrere hundert Jahre alt wird, besitzt sie nur ein einziges Blattpaar.

Wir fahren weiter und gemäß der Karte sollte es in Sesfontein eine Tankstelle geben, die aber so versteckt lag, dass wir sie erst nach längerem Suchen gefunden haben. Das alte Schutztruppen-Fort dient heute als Lodge und Restaurant und lädt mit seinem verträumten Garten zu einer Kaffee-Pause ein.

Das Ziel an diesem Tag war Opuwo, die größte Stadt im Norden und der einzige Ort mit Versorgungsmöglichkeit im Kaokoveld. Am nächsten Morgen trafen wir im Ort den Reiseführer Mata Repu. Mit Ihm kauften wir Maismehl und einige andere Grundnahrungsmittel ein als Gastgeschenk für unseren Besuch bei den Himbas, einem halbnomadischen Hirtenvolk, das bislang in der Abgeschiedenheit des Nordwestens Namibias seine ethnische Eigenart und Kultur bewahren konnte. Mata furh mit uns ca. 30 Minuten ortsauswärts zu einem Dorf. Dort durften wir sehen und erleben, wie dieses Nomadenvolk lebt und arbeitet in ihrer natürlichen Umgebung. Die Himbas tragen heute noch ihre traditionelle Kleidung, aus Leder gefertigte Schürzen und Umhänge, sowie Schmuck aus Kupfer und Eisen. Die Frauen reiben sich zur Hautpflege zweimal täglich mit einem Gemisch aus Butterfett und roter Erde ein.  Sie leben in Runddörfern und bauen, wie seit Jahrhunderten, mit Rinderdung und Lehm verputzte Pontoks.

Vom Dorf der Himbas aus fuhren wir weiter in den Norden zu den Epupa-Fällen an der angolanischen Grenze. Dies ist eine der unberührtesten Gegenden Namibias und der landschaftlich schönste Teil des Kaokovelds.
Unsere Unterkunft, die Epupa-Falls-Lodge, lag unmittelbar am Kunene-Fluß. Die Epupa-Fälle sind eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten des Kaokolands. Hier teilt sich der Fluß in mehrere Arme, bevor er in eine tiefe Schlucht stürzt. Leider haben wir keine Krokodile gesehen, die in diesem Fluß leben.

Von Epupa aus fuhren wir weiter entlang der Kunene-Rivers in Richtung Kunene-River-Lodge. Aufgrund des inzwischen beendeten Krieges in Angola ist die Infrastruktur entlang des Flusses noch nicht sehr gut ausgebaut und die Straßen sind noch wirkliche Off-Road-Strecken. Glücklicherweise hatten wir die richtigen Fahrzeuge für dieses Gelände.

Das letzte Stück Weg zur Lodge war ein wirkliches Abenteuer. Die Schotterpiste ging über in einen extrem felsigen Weg mit scharfen Steinkanten und Wasserlöchern. Endlich an der Unterkunft angekommen, mussten wir zwei Reifen wechseln. Glücklicherweise war der Nachmittag zur freien Verfügung, so dass sich alle etwas erholen oder im Pool erfrischen konnten.

Am nächsten Morgen führte uns der Weg wieder entlang des Flusses auf einer Off-Road-Strecke in Richtung Ruacana-Wasserfälle. Leider hatte der Fluß wenig Wasser, so dass die die Fälle nicht so imposant waren, wie wir es erwartet haben. Langsam kamen wir wieder in urbaneres Gebiet und näherten uns der Stadt Oshakati im Ovamboland. Dort übernachteten wir auf unserem Weg in Richtung Etosha-Nationalpark, einem Highlight unserer Reise.

 Der Etosha National Park gehört als Höhepunkt zu jeder Namibia Reise. Er liegt im Norden, umfasst eine Fläche von ca. 22000 qkm und wurde 1907 von der Deutsch-Südwestafrikanischen Verwaltung zum Wildschutzgebiet erklärt. Im Zentrum liegt eine ausgedehnte Salzpfanne, die nahezu immer ausgetrocknet ist, umgeben von Gras- und Dornsavannen. Besonders im südöstlichen Teil des Parks liegen jedoch verstreut zahlreiche Wasserlöcher, Lebensgrundlage für den reichen Wildbestand in der Etosha.

Da wir um die Mittagszeit in unserer Unterkunft ankamen, konnten wir an diesem Tag noch eine Pirschfahrt unternehmen. Es hatte geregnet, der Nationalpark war dadurch sehr grün und die Tiere fanden überall genügend Wasser und Nahrung. Die Etosha-Pfanne hatte Wasser und tausende von rosafarbenen Flamingos hatten sich dort eingefunden. Leider machte dieser Umstand unsere Pirschfahrt nicht einfacher, denn die Tiere hielten sich nicht an den bekannten Wasserstellen auf, sondern wir mussten sie sehr genau suchen. Aber wir wurden belohnt und sahen Herden von Springböcken, Impalas, Zebras und Gnus. Elephanten und Giraffen wurden gesichtet, ebenso ein Leopard und zwei Nashörner. Der Höhepunkt war ein Erlebnis am zweiten Tag unseres Aufenthaltes im Nationalpark: Zwei Löwen-Familien tummelten sich um unsere Autos und störten sich nicht an unserer Anwesenheit. Wir konnten sie aus nächster Nähe beobachten und traumhaft schöne Fotos machen. Glücklich kehrten wir mit dem Sonnenuntergang in unsere Unterkunft, das Namutoni-Camp zurück, ein altes Schutztruppen-Fort mir eigenem, nachts beleuchtetem Wasserloch.

Am vorletzten Tag unserer Reise besuchten wir eine Geparden-Aufzucht-Station. Der Cheetah Conservation Fund ist eine 1990 gegründete Umweltschutzorganisation, die sich dem Schutz der Geparden widmet. Namibia ist das Land mit der größten und gesündesten Gepardenpopulation der Welt. Wir hatten die Möglichkeit, die Tiere per Fahrzeug in einem Freilaufgehege aus nächster Nähe zu erleben.

Für die letzte Übernachtung war Elegant Farmstead für uns komplett gebucht, ein liebevoll restauriertes Farmhaus mit guter Küche und hervorragendem Weinkeller. Von hier aus ging es erst am späten Vormittag des letzten Tages zurück nach Windhoek, um das Ambiente des gepflegten Hauses noch etwas genießen zu können.

Der Rückflug nach zwei erlebnisreichen Wochen startete am Abend von Windhoek und landete am 02.12.2011 früh morgens in Frankfurt.


„Wer einmal von den Quellen Afrikas getrunken hat, wird wiederkehren, um seinen Durst zu stillen“
-Sir David Livingstone-




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